Der Urlaub nicht weit

Ein Ausflug zum Mont Saint Michel

Schon aufgrund der Nuit des Chimères, des  Circuit des 24 Heures und des Vieux Mans ist der Charme Le Mans unbestreitbar. Doch auch für Kurztrips und Ausflüge ist die Stadt ideal: Kaum mehr als zwei Stunden braucht es mit dem Zug oder Auto zur Klosterinsel und Gemeinde Mont Saint Michel, die nur einen Katzensprung von Saint-Malo entfernt liegt. Hinter dieser weltweit berühmten touristischen Attraktion verbergen sich 1300 Jahre Geschichte, die von Krieg, Revolution und Religion geprägt sind.

 

Die imposante Klosterinsel des Mont Saint Michel von unten: seit 1979 gilt sie als UNESCO-Weltkulturerbe.

Stolz ragt sie vor einem auf: die Klosterinsel mit der gleichnamigen Abtei Mont Saint Michel. Über die Zugehörigkeit des UNESCO-Weltkulturerbes sind sich die Bretagne und die Normandie seit jeher uneins – das ist nachvollziehbar, schließlich kann der Granitfelsen auf über 1300 Jahre Geschichte zurückblicken.

Nachdem 966 von einem Benediktinerorden die erste Kirche auf der Felseninsel erbaut wird, strömen die Pilger in die heilige Stätte. Schnell wird die ursprüngliche Kirche zu klein, und eine große Klosterkirche wird im Laufe des 11. Jahrhunderts errichtet. Dank einer Spende des französischen Königs Philippe Auguste bleibt es nicht dabei und die Bauten werden erweitert.

Während des Hundertjährigen Krieges 1337 bis 1453 macht sich die abgelegene Insel ihre Lage zunutze und wird zum militärischen Festung. Über 30 Jahre lang kann die Insel der Belagerung widerstehen.

In den Jahren nach der französischen Revolution verschwindet der religiöse Charakter des Klosters: Die Mönche werden vertrieben und der Mont Saint Michel wird zum Gefängnis. Bis 1863 kommen und gehen insgesamt 14 000 Gefangene, wobei Gezeiten und der Treibsand den Insassen jede Flucht unmöglich machen.

Umgeben von Wasser: Ebbe, Flut und der tückische Treibsand machen jede Flucht aus dem Gefängnis Mont Saint Michel unmöglich.

Erst im Jahr 1863 wird der Mont Saint Michel zur historischen Stätte: auf die Anfragen von zahlreichen Schriftstellern und Künstlern schließt das Gefängnis. Daraufhin restauriert der „Service des Monuments Historiques“ die verschiedenen Bauten und öffnet das Mont Saint Michel der Öffentlichkeit.

Wie durch ein Wunder bleibt die Klosterinsel vom Zweiten Weltkrieg verschont. 1966, gute 20 Jahre nach der Besetzung durch die Deutschen , feiert das Kloster sein 1000-jähriges Jubiläum, und wird 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Das Mont Saint Michel ist ein beliebtes Reiseziel: Dort wo früher Mönche und Gefängnisinsassen lebten, spazieren heute Touristen aus aller Welt.

Heute kann man die Klosterinsel von Saint-Malo im Bus erreichen. Wer nur die Insel besichtigen möchte, hat freien Eintritt; allein der Zugang zum hochgelegenen Kloster ist zahlungspflichtig. Zudem lohnt es sich natürlich ein Abstecher zu den umliegenden Stränden und in die Stadt Saint-Malo, eine der Perlen der Bretagne.

 

Text und Bilder: Rahel Schuchardt